22 Tage Roadtrip - Teil 3

16:46

Heute möchte ich euch vom letzten Teil unseres Roadtrips erzählen! Hier findet ihr Teil 1 (Holland) und Teil 2 (Belgien). Das letzte Land, durch das wir gefahren sind, war Frankreich! Und es war wunderschön...

Nach regenreichen Tagen in Belgien sind wir schließlich bei strahlendem Sonnenschein in Lille angekommen. Die Fahrt dorthin verlief sehr unkompliziert. Unterwegs habe ich alle Campingplätze rausgesucht, die für uns in Frage kommen. Wir haben es grundsätzlich so gemacht, dass wir uns die Plätze erst am Anreisetag angesehen haben - leicht abenteuerlich, ging auch einmal nach hinten los (weiter unten im Post), aber im Endeffekt genau die richtige Strategie für diesen Urlaub. Nachdem wir in Lille 20 Minuten über Felder und Wiesen fuhren, kamen wir am ersten Campingplatz an - und ich wollte direkt wieder weg. Ich fand es dort relativ unheimlich, da das so gar nicht nach Camping und Organisation aussah, sondern eher nach einem Bauernhof, der seinen Garten für Camper zur Verfügung stellt. Ich habe wirklich wenig Ansprüche, aber ich wollte wenigstens auf einen Campingplatz bei dem ich das Gefühl habe, dass da nicht jeder in der Nacht über den Platz laufen kann, der gerade vorbeikommt. Mein Freund ist da zum Glück sehr empathisch, sodass er schnell einverstanden war einen anderen Platz zu suchen. Mein ungutes Gefühl, dass eventuell alle Campingplätze im Umfeld so sein könnten, bestätigte sich zum Glück nicht und der zweite Platz war wirklich schön. Wir bauten unser Zelt auf und beschlossen nach Lille in die Innenstadt zu fahren und diese etwas zu erkunden. Dort ließen wir dann unseren Abend ausklingen.



Da wir uns meistens 2 Nächte an einem Ort aufhielten, hatten wir den ganzen nächsten Tag Zeit für eine ausgiebige Stadtbesichtigung. Lille war wirklich traumhaft schön, die ganze Stadt wie auch die Architektur. Abends saßen wir dann in einem kleinen Restaurant, bei einem Topf Miesmuscheln mit Pommes und feilten an der Idee für diesen Blog, die uns nämlich an diesem Tag in den Kopf kam. Ich wollte unbedingt wieder bloggen und so kam es, dass der Name "Leben Laut und Leise" an diesem Abend in diesem kleinem Restaurant in Lille entstand.





Am nächsten Tag ging es dann sehr früh weiter, da wir eine lange Fahrt vor uns hatten - und zwar in die Bretagne an den Atlantik, wo wir eine ganze Woche bleiben wollten und den Campingplatz von den Eltern meines Freundes mitbenutzten. Die Tour dorthin dauerte allerdings mehr als 8 Stunden, da wir Mautstraßen umfahren wollten und somit nur über Wiesen und Felder gefahren sind. Die Woche am Meer, die mit 20 Grad etwas kalt war, nutzten wir zum entspannen. Wir haben Sport gemacht, gelesen, sind ein paar Mal gewandert, auf Bergen wie auch im Watt, haben gut gegessen und einen Ausflug ins nahe gelegene Saint Malo gemacht.














Nach einer Woche ging es dann wieder weiter: Nach Paris! Wir haben unsere Route etwas umgeplant und Orleans vom Plan geschmissen, sodass wir 4 Nächte in Paris verbringen konnten. Unser Campingplatz war etwas außerhalb der Stadt, direkt an der Seine und wunderschön. Da es August war, hatten wir das große Glück, dass man auf vielen Parkplätzen in Paris kostenlos parken durfte, sodass wir mit dem Auto immer bis ins Bankenviertel La Defense gefahren sind und von dort aus die Metro in verschiedene Richtungen genutzt haben. Nach den 20 Grad am Atlantik sollten in Paris nun 5 Tage Sightseeing bei 35 Grad folgen. Wir haben die Zeit gut genutzt und wahnsinnig viel gesehen: Den Eiffelturm, Notre Dame, das Louvre, die Champs Elysees, Marais, die Ile de la Cite, Montparnasse, das nördliche wie auch das südliche Ufer der Seine und natürlich, Galerie Lafayette, Printemps, wie auch Sacre Coeur. Es war eine tolle Erfahrung in Paris mal zu campen. Tagsüber war es wahnsinnig anstrengend bei den Temperaturen 20 Kilometer durch die Stadt zu laufen, aber abends konnten wir auf unserer Picknickdecke am Wasser und in völliger Stille abschalten. Der einzige Besucher war jede Nacht ein kleiner Igel :)














Nach 4 Nächten sollten es dann zu unserer letzten Station gehen: Colmar. Und hier kann ich euch von einem stressigen Abend berichten, den wir hatten, weil wir uns vorher nicht nach Campingplätzen erkundigt hatten. Wir sind etwas zu spät aus Paris losgefahren - dabei hatte ich mir allerdings nicht viel gedacht, da ich unterwegs wieder einen Platz rausgesucht hatte und wir laut Navi eine Stunde vor Schließung der Rezeption ankommen sollten. Letztendlich wurden es 30 Minuten, aber trotzdem früh genug. Leider mussten wir am Empfang dann erfahren: Campingplatz voll. Verdammt. Netterweise haben wir eine Liste mit anderen Campingplätzen in der Umgebung bekommen. Also fuhren wir den nächstgelegenen an, um dann festzustellen, dass es bei dieser Adresse keinen Campingplatz gab. Dafür aber einen alten Colmar Einwohner, der Deutsch sprechen konnte und sich bei unserem irritierten hin und her gefahren offensichtlich so über ein Deutsches Kennzeichen gefreut hat, dass er aus dem Haus gesprungen kam, um uns seine Deutsch Kenntnisse zu präsentieren, indem er uns viel über die Stadt und ihre Campingplätze erzählte. Das wäre ja auch ganz nett gewesen, wenn uns nicht die Zeit im Nacken gesessen hätte, um noch einen Schlafplatz zu finden. Nach ca. 10 Minuten konnten wir ihn freundlich abschütteln und rasten weiter zum nächsten Platz auf der Liste. Wir waren nur leider 15 Minuten zu spät und der Empfang hatte zu. Ich glaube das war der Punkt, an dem wir uns schon schlafend im Auto gesehen haben... Gott sei Dank fand ich noch einen Campingplatz, der etwas außerhalb lag, aber dafür noch eine Stunde offen hatte. Also fuhren wir sehr zügig dorthin - und hatten Glück. Im Endeffekt sogar wahnsinniges Glück - denn es war einer der schönsten Campingplätze auf unserer Reise. Nachdem wir im dunkeln unser Zelt aufgebaut hatten, entschieden wir uns hungrig dazu einen Gutschein einzulösen, den wir an der Rezeption bekommen hatten und liefen 10 Minuten in einen kleinen Ort namens Neuf Brisach. Dort gab es ein schönes kleines Restaurant in einem Hotel, in dem wir einen lustigen Abend mit Gewürztraminer, Flammkuchen und deutsch-französisch sprechenden Kellnern verbrachten. 
Am nächsten Tag schauten wir uns noch in aller Ruhe Colmar an, die wie eine kleine Dekostadt aussah. Wir kamen allerdings langsam an einen Punkt, an dem wir nichts mehr aufnehmen konnten...







Nach 3 Ländern und 9 Städten ging es dann am nächsten Tag völlig reizüberflutet nach Hause, was ziemlich traurig war. Am liebsten wären wir noch einen Monat weiter gefahren, über Südfrankreich nach Spanien. Dieser Roadtrip war der absolute Wahnsinn und ich würde es sofort wieder machen. Es gab vorher noch keinen Urlaub, der mir so viel gebracht hat wie dieser! Wir hatten mittlerweile auch ein ziemlich enges Verhältnis zu unserem gemieteten Renault Twingo aufgebaut und hatten ziemlich damit zu kämpfen, ihn wieder abzugeben. Es war immerhin ein treuer Reisebegleiter. Der Vermieter nahm das Auto lachend entgegen und sagte uns, das vorher noch nie jemand über 4000 Kilometer in 3 Wochen mit seinen Mietwagen zurückgelegt hatte... Jetzt, 3 Monate später, denken wir noch oft an diese Zeit zurück. Es war einmalig :)

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18 Kommentare

  1. Soooo viele tolle Bilder und Eindrücke. Und das Essen sieht lecker aus (für Essen bin ich immer zu haben). Ich folge dir jetzt auf Bloglovin :-*

    Melanie / www.goldzeitblog.blogspot.de

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  2. Sehr schöne Bilder und Eindrücke, das sieht ja nach einem tollen Trip aus!

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

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    1. Vielen Dank, es war auch wirklich wunderschön :)

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  3. Guten Morgen Juli, wunderbare Bilder! Du hast die Erinnerung super festgehalten. Einfach toll! Ich wünsche Dir einen schönen Tag. Liebe Grüße Jana von Magische Farbwelt

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    1. Hallo Jana, ich habe mir Mühe gegeben :) Dir auch einen wundervollen Tag!

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  4. Tolle Bilder und Eindrücke! Von Macarons kann ich nie genug haben.. Leider gibt es sie in unserer Kleinstadt nicht, sodass ich immer gerne welche kaufe, wenn ich die Gelegenheit habe :)
    Ganz liebe Grüße
    Lara

    http://laraasophiie.blogspot.de/

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    1. Ach ich habe auch schon in diversen Läden in Berlin und Potsdam nach vergleichbaren Macarons gesucht - keine gefunden :D
      Viele Grüße

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  5. Awwww amazing photos *
    Great blog! I'm following you! Follow back? ***
    http://omundodajesse.blogspot.pt

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  6. So tolle Zeiten gehen immer schnell vorbei und ehrlich gesagt, wäre mir das auch etwas zu stressig gewesen. Denn es sind ja schon viele Eindrücke und viele Kilometer, die ich hinter euch habt. Mir hätte vorerst wahrscheinlich ein Land gereicht. :)

    Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

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    1. Oh ja da hast du recht :) Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt ;)

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  7. Woah, was für tolle Bilder! Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich auch viel öfter verreisen. Ich liebe es total, neue Orte kennenzulernen und auf mich wirken zu lassen. Ich finde es auch extrem entspannend sich nach einer Weile noch mal die Urlaubsfotos durchzusehen.

    Wir haben dich übrigens im Rahmen des Liebster Awards getagt. Wir würden uns freuen, wenn du mitmachst. 😊

    Liebe Grüße
    Katharina
    von Großstadtgedanken

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    1. Es ist natürlich auch schön, dass man mit seinem Blog immer alles an Erinnerungen an einer Stelle hat... :) Danke, ich mache sehr gerne mit :)

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  8. Die Bilder sind total toll, zeigen super schöne Eindrücke und erwecken in mir ganz böses Fernweh! Eine Roadtrip wollt ich auch schon immer mal machen, wirklich super Beitrag!

    Liebste Grüße
    Heike von zissapino.de

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    1. Vielen Dank liebe Heike. Zu einem Roadtrip kann ich dir nur raten, das ist eine super tolle Erfahrung :D

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  9. Ich liebe Städtetrips. Du hast auch einen tollen Blog und werde dir folgen. ❤️

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  10. Oh wow, dass sind wirklich großartige EIndrücke! Sieht super schön aus und die Bilder sind sowieso total cool!
    Liebste Grüße, Sally-Anne
    www.xosallyanne.blogspot.de

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